Brand -Ausgelöste BMA- (Alarmübung)

Datum: 12. Oktober 2022 um 17:06
Alarmierungsart: DME
Einsatzart: ob
Einsatzort: Letter
Mannschaftsstärke: 1-15
Einheiten und Fahrzeuge:

  • Atemschutzrettungstrupp
  • ELO
  • TSF-W, LF-8

Einsatzbericht:

Der Atemschutz-Rettungstrupp sowie die Kameraden der ELO sind zu einer Alarmübung zum Tanklager nach Letter ausgerückt.

 

Bericht der HAZ:

Training am Tanklager
Die Seelzer Feuerwehr probt in Letter mit zwei Zügen für den Ernstfall – und selbst die Einsatzkräfte wissen nicht von vornherein, dass es nur eine Übung ist

Von Thea Ball. Ein Feuerwehrfahrzeug ist mit Blaulicht und Sirenen in der Lange-Feld-Straße in Letter unterwegs, dahinter folgt ein weiteres. Die Autofahrerinnen und Autofahrer machen bereitwillig Platz. Noch weiß hier niemand, dass die Feuerwehr eigentlich nur zu einer Übung fährt. Selbst die Einsatzkräfte glauben noch, dass das Tanklager an der Industriestraße brennt.

Das Lager, erklärt Feuerwehrsprecher Jens Köhler, ist ein sogenannter Störfallbetrieb. Deswegen sei es umso wichtiger, dass die Feuerwehr dort für den Ernstfall probe – es war eine Premiere. „Wir müssen regelmäßig Übungen machen“, betont Köhler. An diesem Mittwochnachmittag wurde wie bei einem echten Feuer der erste und der zweite Zug der Stadtfeuerwehr Seelze alarmiert. Auch ein Atemschutzrettungstrupp der Ortsfeuerwehr Almhorst ist am Tanklager vor Ort. Insgesamt sind es 18 Fahrzeuge mit 87 Einsatzkräften.

Am Einsatzort ist den Feuerwehrmännern und -frauen nicht anzusehen, dass sie sich lediglich in einer Übung befinden. Einige könnten es auch noch gar nicht bemerkt haben, vermutet Köhler, der sich hinter einem Auto versteckt. Schließlich könnten die Einsatzkräfte schnell wisssen, was Sache ist, wenn sie den Sprecher in seiner grünen Weste entdecken. Ein Fahrzeug nach dem anderen kommt am Gelände an; der Einsatzleiter weist die Männer und Frauen ein. Immer wieder durchdringen Funksprüche das gleichmäßige Brummen der Motoren. „Eine verletzte Person“, ist durch das Funkgerät von Köhler zu hören.

Sollte es im Tanklager tatsächlich einmal zu einem Feuer kommen, müsste die Feuerwehr Wasser aus dem anliegenden Stichkanal entnehmen, erklärt er. Ziel der Übung sei es, dies auszuprobieren. „Die Tanks müssten ja gekühlt werden. Und das Wasser aus den Hydranten reicht nicht“, sagt der Feuerwehrsprecher. Doch das Wasser gelangt nicht nur durch Schläuche der Feuerwehr zum fiktiven Brand. Schon bevor die Feuerwehr das Gelände erreicht hat, hat die zuständige Firma vor Ort bereits die Tankberieselung zur Kühlung aktiviert.

Spätestens als die Feuerwehrkräfte auf den hinteren Teil des Geländes gelangen, müsste ihnen klar geworden sein, dass sie nur für den Ernstfall üben. Denn auf einem Gitter an der Oberkante eines Tanks liegt eine Puppe – das Übungsszenario sieht vor, dass ein Arbeiter vor Schreck vom Dach des Tanks auf die Fluchttreppe gestürzt ist. Der fiktive Brand wurde durch eine Verpuffung ausgelöst – also eine plötzlich auftretende Druckwelle. Zwei Einsatzkräfte seilen sich vom Dach zu der Puppe ab; die Kolleginnen und Kollegen am Boden bereiten alles vor, um die Drehleiter auszufahren.

Unterdessen rollen Feuerwehrfrauen und -männer die Schläuche aus, von der Entnahmestelle am Kanal bis zu einem Zelt, aus dem Qualm hervordringt. Damit erfüllen sie ein weiteres Übungsziel: die Wasserversorgung über eine längere Strecke. Am Eingang des Zelts warten zwei Männer. Ihre Gesichter sind von Atemschutzmasken bedeckt, auf dem Rücken tragen sie Sauerstoffflaschen. 35 Kilogramm wiege die Ausrüstung, erklärt Köhler. Kein Wunder, dass die Einsatzkräfte nicht auch noch die Schlauchenden in den Händen halten, sondern sie auf einem Gestell ablegen.

Im Laufe der Übung retten die Feuerwehrleute drei vermeintlich Verletzte. Auch die Versorgung der Puppen gehört zum Szenario – welche Verletzungen sie sich zugezogen haben, verraten Zettel, die an den Figuren kleben. Menschenrettung, Brandbekämpfung, Wasserversorgung – die Seelzer Feuerwehr muss eine Menge Anforderungen erfüllen. Mit Erfolg. Die Übungsleiter, so schildert es Köhler später, seien sehr zufrieden gewesen.
14.10.2022, HAZ Seelze